Arschloch in Öl
Höhlenmalereien
Ein frühzeitlicher Jäger auf der Mammutjagd. Noch wirkt die Figurenzeichnung unbeholfen, die Größenverhältnisse falsch und das Mammut erinnert an einen kleinen Hund. Und doch ist es bereits Kunst.

Höhlenzeichnungen
Ein frühzeitlicher Jäger auf der Mammutjagd. Noch wirkt die Figurenzeichnung unbeholfen, die Größenverhältnisse falsch und das Mammut erinnert an einen kleinen Hund. Und doch ist es bereits Kunst.

Fickvase von Saloniki
Die alten Griechen selbst haben nichts weiter hervorgebracht als salzigen Schafskäse, schweren Lakritzschnaps und ein paar schlecht bemalte Vasen mit obszönen Motiven, von denen schon nach kurzer Zeit die Farbe abblättert und hier eine nur der Vollständigkeit halber gezeigt wird.

Der Koloss von Rhodos
Als eines der 7 Weltwunder gilt der heute nicht mehr existente Koloß von Rhodos. 60 Meter hoch soll er gewesen sein, das erste drehbare Schnellrestaurant an seiner Spitze für damalige Zeiten ein Wunderwerk der Technik, nicht mitgerechnet. Er sollte die Hafenstadt Rhodos beschützen und ein weit sichtbares Signal der Wehrhaftigkeit setzen. Man sagt, sein Anblick sei so grauenerregend gewesen, dass nicht nur feindliche Schiffe, sondern auch alle anderen einen weiten Bogen um die Hafenstadt machten, was zu Hunger, Not und schließlich zum Abriß des Kolosses führte. So könnte er ausgesehen haben.

Leonardo da Vinci
Aus den geheimen Tagebüchern
Leonardo da Vincis universelles Genie erleuchtet die Finsternis des Mittelalters und weist in eine neue Zeit. Zumindest, was seine sexuellen Praktiken anging, war er seiner Zeit um Jahrhunderte voraus. Da Vinci pflegte seine Tagebücher in Spiegelschrift abzufassen, eine Tatsache, die die Kunstexperten lange beschäftigt hat. Wenn Sie jedoch diese vor einen Spiegel halten und ein wenig des Italienischen mächtig sind, werden Sie sehen, dass das Multigenie ganz einfach einiges zu verbergen hatte. Auch die Nasenstudien sprechen eine deutliche Bildsprache.

Hieronymus Bosch
De Kuitenknijper
Der „Kuitenknijper“ ist eine niederländische Sagengestalt, die, dem Volksglauben nach, alljährlich im Winter kommt, um, nun ja, die Kuiten zu knijpen. Bosch nimmt diese bäurische Mär zum Anlaß, ein allegorisches Gemälde von drastischer Komik zu schaffen, in dem geschickt einige bissige Attacken auf die herrschenden politischen Verhältnisse versteckt sind. Der rechte Fuß des Kuiteknijpers steckt in einem Fettnapf – ein deutlicher Wink des aufgeklärten Malers, dass man sich mit reaktionärer Politik auf Glatteis bewegt – tatsächlich stellt er seine Figur auch noch auf eine Eisfläche. Die Leiter im After ist ein satirischer Hieb auf die opportunistische Haltung der Politiker zum Königshaus, der Trichter auf dem Kopf symbolisiert die geisteskranke Innenpolitik, der Pfeil im Ohr 7 Jahre Rezession, das Brot steht für die kränkliche Situation der Bäckerzünfte (es muß getragen werden), das Messer an der Nase ist kaum noch zu deuten. Und die Christbaumkugel? Nun es wird wohl Weihnachten sein.

Albrecht Dürer
der falsch mertyrer
Simuliertes Märtyrertum war eine im Mittelalter weit verbreitete Variante der Bauernfängerei. Ganz und gar unheilige Vagabunden, oft Studenten der Theologie, nutzten die Unwissenheit der Landbevölkerung, um sich als populäre Märtyrer auszugeben und so Almosen zu erschleichen. Dürer schneidet diesen Missstand entrüstet in Holz.
Der betende Hase
„Der betende Hase“ ist sicher eines der unbekannteren Bilder Dürers, obwohl darin die Grundlagen für zwei seiner populärsten Werke liegen, „Die betenden Hände“ und „Der Feldhase“. Nach Fertigstellung des betenden Hasen entschied Dürer sich dafür, die beiden Kernmotive des Bildes einzeln zu verwenden. „Zweyn pilder pringen zweyfach fil thaler denn eyns“ bemerkte Dürer in diesem Zusammenhang, wohl ahnend, dass er damit in Sachen Kommerzialisierung der Kunst einen radikalen Schritt in Richtung Moderne vollzog.
Das Arschlochzeychnen
„Arschlochzeychnen leycht gemacht“ war der etwas reißerische Titel von Dürers Anleitung für Hobbyzeichner, die als erste ihrer Art in der Geschichte der Graphik gelten darf. Auch hier zeigt sich wieder Dürers Gespür für Trends und seine Geschäftstüchtigkeit: Seit der Einführung der Windmühlen in die Landwirtschaft und der Erfindung des Spinnrockens hatte der Mensch des ausklingenden Mittelalters mehr Zeit für sich selbst. Dürer erkannte das Bedürfnis nach Freizeitbeschäftigung und Selbstverwirklichung und kombinierte dies geschickt mit erotischen Motiven. Die Rechnung ging auf: „Arschlochzeychnen – leycht gemacht“ wurde eine der meistgelesenen Schriften des Mittelalters. Über die Wirkung lässt sich allerdings streiten, wie die beigefügte Zeichnung eines zeitgenössischen Hobbyzeichners zeigt.

Rembrandt van Rijn
Der Arsch mit dem Goldhelm
Die Entdeckung daß das Bild „Der Mann mit dem Goldhelm“ gar nicht von Rembrandt selbst, sondern von einem seiner Schüler gemalt wurde, hat die Kunstwelt nachhaltig erschüttert. Das Gemälde basiert auf diesem Originalaquarell des Meisters, der das Thema, wie man sieht, wesentlich heiterer angegangen ist.

Katsushika Hokusai
Die große Arschlochwelle
In diesem imposanten Farbholzschnitt gibt Hokusai seiner Furcht vor einer „Verwestlichung“ Japans zum Ausdruck. Er befürchtet zeitlebens der japanische Markt würde nach der zum Westen mit europäischen Gütern überschwemmt, was er durch eine gigantische Welle darstellt (die westlichen Güter), gegen die die Zenmönche in ihren kleinen Booten (seine Heimat) vollkommen machtlos sind. Hokusia Ängste waren unbegründet es lief dann später ja genau umgekehrt.

Henri de Tolouse-Lautrec
Le Petit Connard Et Son Chien Masochiste
Im „Ambassador“ einem Pariser Etablissement, gaben sich die Bohemiens und Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts die Klinke in die Hand. Die Aufführungen auf der kleinen Bühne waren oft spektakulär und nicht selten skandalträchtig. Lautrec war sozusagen der Hausmaler des Ambassador, er entwarf die Plakate für die Veranstaltungen, so auch dieses für „Le Petit Connard“, einen wüsten Avantgardisten mit zweifelhaftem Ruf, Vorläufer der „Performance“-Kunst. An diesem Abend wollte er seinen „Dialog für einen Hammer und einen Hund“ zum besten geben, wozu es Gott sei Dank nicht kam, da die Polizei rechtzeitig die Veranstaltung sprengte.

Vincent van Gogh
Schlafzimmer in Arles
Als die Restaurateure des Amsterdamer Van-Gogh-Museums das Bild „Schlafzimmer in Arles“ röntgentechnisch untersuchten, entdeckten sie darunter eine erste, wesentlich anzüglichere Version. Van Gogh selbst nannte diese Version „Nar het poppen“, was, diskret übersetzt, „Nach Austausch der Geschlechtsmittel“ heißt. Er schreibt dazu in einem Brief an seinen Bruder Theo: „Ich habe lange nach den Farben gesucht, die diesem Sujet gerecht werden. Es mussten grelle, aufwühlende Pigmente sein, die den Zustand meiner Nerven versinnbildlichen, die durch den kleinen Bastard immer wieder in Aufruhr geraten. Er wird mich eines Tages noch in den Wahnsinn treiben.“
Der Fund der Restaurateure enthüllt also nicht nur van Goghs lange verheimlichte Homosexualität, sondern auch den Grund seines frühzeitigen nervlichen Zusammenbruchs.

Edvard Munch
Der Schrei
In der Nacht zum 4. April 1894 hatte der norwegische Maler Edvard Munch einen grässlichen Alptraum: „Ich machte einen Spaziergang durch Oslo, bei dem ich zahlreichen Bekannten begegnete. Sie tuschelten und lachten, wenn ich an ihnen vorüberging. Als ich die Olesundbrücke überquerte, wurde mir inne, warum: ich hatte mein Portemonnaie vergessen !“ Schreiend schreckte der empfindsame Nordländer aus dem Schlaf und bannte das Geträumte auf die Leinwand. Die Ohnmacht des Individuums angesichts der gnadenlos wirkenden Mächte des Universums, hier findet sie ihre gültige Verbildlichung.

Henri Matisse
Nach dem Absinthgenuss
Die Fachwelt streitet sich seit langem, ob Matisse mit dem Absinthgenuss auf dem Bild dargestellten oder seinen eigenen meinte. Letzteres würde jedenfalls die exzentrische Farbgebung der Tanzenden plausibel machen.

Pablo Picasso
Arschloch mit Selbstportrait
Pablo Picasso hat nach seinem Tode etwa 30 000 Gemälde und Zeichnungen hinterlassen, etwa die Hälfte davon beschäftigt sich mit dem kleinen Arschloch. Im „Arschloch mit Selbstportrait“ hat sich der Künstler einen Scherz erlaubt und sein eigenes Konterfei darin versteckt. Finden Sie es?

El Lissitzky
Arschlochtribüne
Mit dem Entwurf „Arschlochtribüne“ erlaubte sich der sonst eigentlich linientreue Lissitzky einen Scherz über die eitle Geschwätzigkeit der Parteioberen, den er bitter bereuen sollte. Er hatte nicht mit der Humorlosigkeit der Parteispitze gerechnet. So musste er zur Strafe den Roten Platz mit einer Zahnbürste kehren, nur mit einer Pelzmütze bekleidet, mitten im Winter. Ja so waren sie, die Herren Kommunisten!

Giorgio de Chirico
Wenn die Sonne niedrig steht, werfen sogar kleine Arschlöcher lange Schatten
Dieses geheimnisvolle Gemälde des führenden Vertreters der Pittura Metafisica darf vielleicht dahingehend gedeutet werden, dass De Chirico seine Zweifel am kulturellen Wert des Kleinen Arschlochs hatte. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da.

Edward Hopper
Die große Eröffnung
Die Einsamkeit des Individuums in urbaner Umgebung ist das Zentralthema im Schaffen Edward Hoppers. Architektur und Melancholie, Isolation und Sehnsucht, niemals hat ein Maler diese Themen so kühl und dennoch anrührend auf Leinwand projiziert wie Hopper in seinem Gemälde „Die große Eröffnung“. Da hat jemand ein Lokal eröffnet, und niemand kommt. Warum? Was hat der kleine Lokalbesitzer falsch gemacht? Ist das Licht zu unpersönlich? Ist der Standort falsch gewählt? Fragen, die Hopper bewußt unbeantwortet lässt. Fast möchte man eintreten und dem einsamen Kneipier Gesellschaft leisten und Trost spenden… Dann aber bei genauerem Überlegen: eigentlich doch lieber nicht.

Walt Disney
Skizze
„Wir saßen damals noch in dieser winzigen Garage in Burbank, Kalifornien, und lebten von der Hand in den Mund. Ich zeichnete, und mein Bruder Roy trug Zeitungen aus, um uns über Wasser zu halten. Eines Tages skizzierte ich diese kleine Figur mit den großen Ohren und dem langen Schwanz. Ich dachte mir, sie sollte von verschlagenem, zynischem Charakter sein, eine Art Symbol der Hoffnungslosigkeit in einer Welt von Elend, Wahnsinn und Tod. Als ich die Zeichnung Roy zeigte, meinte er, wenn ich die Figur etwas sympathischer zeichnen und aus ihr einen fröhlichen, lebensbejahenden Sympathieträger machen würde, dann könnten wir damit eventuell die Welt erobern, eskapistische Königreiche errichten und eine obszöne Menge Kohle verdienen. Und so ist es dann ja auch gekommen. „
Walt Disney „Erinnerungen“

M. C. Escher
Arschlochtierchen
Das kleine Arschlochtierchen (Anus anus) gilt als die einzige Spezies, die sich selbst mit der Nase in den Po ficken kann. Hierzu krümmt sich das Arschlochtierchen auf das Possierlichste zusammen, zwängt seine Nase durch den Schließmuskel und setzt seinen Weg munter rollend fort, wobei es gerne einen seltsam melancholischen Gesang vorwiegend obszönen Inhalts zum Besten gibt. So befruchtet dieser muntere Geselle nicht nur sich selbst, sondern kommt auch noch ein tüchtiges Stück des Weges voran. Nach kaum vier Wochen kommt es dann unter Wehgeschrei zur Niederkunft: Bis zu fünf Nachkommen werden über den Darmausgang ausgeschieden, mit heuchlerischer Mutterliebe überschüttet und dann bei der erstbesten Gelegenheit am Wegesrand im Stich gelassen. Auch ansonsten bietet das Verhalten des Arschlochtierchens einigen Anlass zur Bestürzung. So imitiert es gerne und gekonnt die Lock- und Balzrufe anderer Tierarten, um die Geprellten dann aus sicherer Entfernung mit Spott und Hohn zu überschütten. Eine heimtückische Intelligenz, die man ansonsten im gesamten Tierreich vergeblich sucht, scheint der grundlegende Charakterzug des kleinen Arschlochtierchens zu sein. Man hat schon Vertreter dieser Gattung beobachtet, die hohnlachend auf frisch gedeckte Altäre urinierten.
Wenn ein Arschlochtierchen in Gefahr gerät, wirft es sich auf den Rücken und ruft nach dem Artenschutz – selbst Schakale zeigen in Notsituationen mehr Würde. Arschlochtierchen sind Einzelgänger: Wenn man im Zoo zwei Tiere dieser Gattung in einen Käfig steckt, schreiben beide anonyme Verleumdungsbriefe an den Zoodirektor. Dennoch rotten sich jeden Frühherbst Millionen von Arschlochtierchen an der Côte d’Azur zusammen und versuchen gemeinsam, das Mittelmeer zuzusch***en. Ein solcher Exzess von kollektiver Asozialität ist in der ganzen Tierwelt ohne Beispiel. So ist es wenig verwunderlich, dass das Arschlochtierchen auf der Lebensformenbeliebtheitsskala noch unter dem Bandwurm rangiert: Selbst radikale Mitglieder des Tierschutzvereins fordern seine gnadenlose Ausrottung. In Brasilien gehört Arschlochtierchenjagen zu den Schulpflichtfächern, in Japan werden Kopfgelder gezahlt. Aber wer einmal ein Arschlochtierchen bei dem einsamen Akt der Selbstbefruchtung beobachtet und seinem bittersüßen Gesang lauschen durfte, der vergisst seinen Hass und empfindet nur noch Mitleid für diesen kleinen, unsympathischen, schlecht riechenden, kurzsichtigen Irrläufer der Evolution.

Tom of Finland
Der neue Vorarbeiter
Das kleine Arschloch hat heutzutage den Status eines Sexsymbols erreicht, etwa vom Range eines Tom Jones oder John Holmes. Tom of Finland, der bekannte homosexuelle Masturbationsvorlagenzeichner, macht sich das in seiner Zeichnung „Der neue Vorarbeiter“ zunutze. Betrachten Sie einmal eingehend den lässig an den Baum gelehnten kleinen Sexteufel – wen juckt es da nicht in den Lenden?

Charles M. Schulz
Little Asshole
1959 veröffentlichte der Amerikaner Charles M. Schulz zum ersten Mal seine Comicfigur „Little Asshole“, die daraufhin einen beispiellosen Siegeszug um die ganze Welt antrat. Derzeit wird der Tagesstrip von 4638 Zeitungen gedruckt, die Figur ziert sogar Toilettenpapierrollen und Armbanduhren und hat seinen Erfinder zu einem verbitterten, piepengeilen Dollarmillionär gemacht.

Andy Warhol
Assholes in Oil
Andy Warhol, keinem modischen Trend verschlossen, musste das natürlich mithalten. Seine „Assholes in Oil“ katapultieren ihn aus einer anonymen New Yorker Künstlerexistenz zum Weltruhm. In späteren Jahren griff er noch mal auf sein altes Sujet zurück und schuf eine großflächige Portraitserie mit dem Kleinen Arschloch.

Keith Haring
Strahlenarschloch
1976 zeichnete der junge amerikanische Künstler zum ersten Mal sein „Strahlenarschloch“ auf eine New Yorker U-Bahnwand. Er ahnte damals noch nicht, dass er damit nicht nur sein Markenzeichen, sondern auch eins der populärsten Embleme der 80er Jahre entworfen hatte.

Georg Baselitz
Figur
Georg Baselitz war der erste Maler, der das Kleine Arschloch auf den Kopf stellte. Er bediente sich dabei einer komplizierten und strapaziösen Technik, bei der der Künstler mit dem Kopf nach unten von der Decke hing, was auch die etwas hastige und schludrige Malweise erklärt.

Roy Lichtenstein
Du … Du …
Die Popart transportierte erstmals triviale Elemente aus der Alltagskultur, der Werbung und dem Comicstrip auf die Leinwand. Je niedriger, kleiner und gemeiner der Gegenstand, um so besser: Was bot sich dazu besser an als das kleine Arschloch?

Jeff Koons
Cicciolina
Der eigentliche Tabubruch dieser Skulptur liegt wahrscheinlich nicht in der Darstellung eines Geschlechtsverkehrs, sondern darin, dass Jeff Koons das Objekt von Hergottschnitzern in Oberammergau herstellen ließ – der Künstler verweigert sich dem kreativen Prozess. Da dies heutzutage die Regel ist, finden wir ganz normal. Damals war es eine Sensation.

Allen Jones
Tisch
Ist das noch ein Tisch oder bereits eine Zumutung? Ein praktisches Möbel oder eine Provokation? Dazu ist die Kunst da: Um uns solche Fragen zu stellen – und sie dann nicht zu beantworten.
