Martinswecken von 1964

Konservierte Tradition

Martinswecken, 1964Martinswecken, 1964

Am 11. November ist der Gedenktag des heiligen Martin von Tours, der einer Legende nach seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Der Martinstag wird in vielen Regionen der Welt gefeiert. Vor allem Kinder kommen dabei auf ihre Kosten: Sankt Martin – im protestantischen Franken auch der Pelzermärtel – zieht durch die Straßen und verteilt Geschenke.

Neben Laternenzug, Martinsgans und Martinsfeuer haben sich zahlreiche weitere Gebräuche und Traditionen überliefert. In der Erlanger Gegend zählt dazu der Martinsweck, ein zopfförmig geflochtenes „Gebildgebäck“, das mit Mohn bestreut wird.

Zwei hübsche Exemplare aus der Bäckerei Wilhelm Trapper in der Schiffstraße befinden sich in unserer Sammlung. Das Besondere: Sie sind fast 60 Jahre alt. Ein Mitarbeiter des Museums kaufte sie am 11. November 1964 mit dem Ziel, sie für die Nachwelt zu erhalten. Zu diesem Zweck wurden die Gebäckteile von unten ausgehöhlt und mit Paraffin ausgegossen. Zum Verzehr sind diese Martinswecken also nicht mehr geeignet – aber keine Sorge: Nach wie vor gibt es die traditionelle Spezialität in Erlanger Bäckereien zu kaufen.

Vergleichsexemplar vom 11. November 2021