Tischuhr aus Holz

Eine Uhr als Verkehrsdenkmal

Tischuhr aus Holz, 19. JahrhundertTischuhr aus Holz, 19. Jahrhundert

Das Kanalmonument am Burgberg entwickelte sich schon bald nach seiner Fertigstellung 1846 zu einer Erlanger Sehenswürdigkeit. In manchen Reisebeschreibungen des 19. Jahrhunderts wird es in einem Atemzug mit dem Schloss und den drei Hauptkirchen genannt. So verwundert es nicht, dass es Postkarten und Medaillen, Zinnteller, Bierkrüge und sogar eine Schützenscheibe zierte.

Eine besonders originelle „Kanal-Devotionalie“ ist diese Tischuhr aus Holz, die wohl aus dem 19. Jahrhundert stammt und in ihren Formen das Kanalmonument aufgreift, inklusive einer aufgesetzten Figurengruppe aus bronziertem Metall (die Allegorie der Schifffahrt fehlt). Das Perpendikel der Uhr stellt ein Boot mit Passagieren dar, das unterhalb des Denkmals im Kanalbett „schwimmt“. Auch die nahe Bahnstrecke ist in das Ensemble miteinbezogen: Auf einem Ziffernblatt aus Karton dreht eine kleine Lokomotive mit Waggon ihre Runden.

Detail der Tischuhr: Eisenbahn aus Karton

1842 war in Sichtweite des Kanaldenkmals der erste bayerische Eisenbahntunnel entstanden. Der Burgberg avancierte damit zu einem Symbol des technischen Fortschritts, Kanal und Tunnel galten als Höhepunkte der bayerischen Ingenieursbaukunst. Gemeinsam mit der ebenfalls schiffbaren Regnitz und der alten Chaussee waren sie Teil des „Erlanger Vierstraßenblicks“, der im 19. Jahrhundert ein beliebtes Bildmotiv war.

Die eher gemächlich befahrbaren Wasserstraßen waren der Konkurrenz auf der Schiene allerdings nicht gewachsen. So läutete der Siegeszug der Eisenbahn den Niedergang der Kanalschifffahrt ein, die sich schon bald nach Einweihung des Ludwigskanals als unprofitabel erwies.