Das erste städtische Telefon

Einzug der Technik

Kurbeltelefon

1891 ging das Erlanger Telefonnetz mit vier Apparaten in Betrieb. Eines dieser Geräte hing im Rathaus, dem heutigen Palais Stutterheim, und ist als Ursprungsrelikt der Erlanger Telekommunikationsgeschichte erhalten geblieben. Es hatte eine häufig zu wechselnde „Ortsbatterie“ für den Sprechstrom. Um einen Anruf zu tätigen, drehte man den seitlichen Kurbelinduktor, der das Läutewerk in der Vermittlung aktivierte. Dort saßen meist Telefonistinnen, da die höheren weiblichen Stimmen leichter zu verstehen waren. Sie kontaktierten den Zielapparat auf dieselbe Weise und verbanden die Gesprächspartner durch einen Steckkontakt.

Die Erfindung des heute alltäglichen Kommunikationsmittels beanspruchten gleich mehrere Personen. Einer der ersten war der deutsche Physiker Phillipp Reis, der 1861 sein „Telefon“ präsentierte und damit Namensgeber wurde. Sein Gerät diente anderen Erfindern zumindest als Inspiration. Unter diesen tat sich Graham Bell hervor, der sein US-Patent ab 1876 geschickt vermarktete und der Technik zum weltweiten Durchbruch verhalf.

Privatanschlüsse waren allerdings bis in die 50er Jahre eine Seltenheit und fanden sich meist in Geschäften und Gasthäusern. Bei der Post gab es öffentliche Fernsprecher. Heute, nach 125 Jahren, hat das Erlanger Ortsnetz allein der Telekom etwa 50.000 Teilnehmeranschlüsse.

 

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