Wirkteppiche aus Erlangen

Purer Luxus

Wirkteppich mit Darstellung einer Wildschweinjagd

Aus dem Besitz des Markgrafen Max von Baden ersteigerte das Stadtmuseum 1995 drei Bildteppiche mit den höfischen Motiven „Jäger am Teich“, „Wildschweinjagd“ und „Falkenjagd“. Sie sind um 1730 in der Tapisserie-Manufaktur de Chazaux entstanden, die ein hochrangiges Beispiel für die Ansiedlung französischen Kunstgewerbes in Erlangen darstellt. Jean de Chazaux d. Ä. (1662 – 1728) stammte aus der traditionsreichen Teppichstadt Aubusson und war nach seiner Flucht zunächst in Schwabach und Nürnberg tätig, bevor er 1701 in die Neustadt Erlangen kam. Nach seinem Ableben übernahm Sohn Jean d. J. (1700 – 1779) die Manufaktur. Der Betrieb im Eckhaus Wasserturmstraße 12 wurde später um das Nachbarhaus Schiffstraße 11 erweitert.

Zu seinem 100. Geburtstag konnte das Stadtmuseum 2019 eine weitere Rarität für seine Sammlung erwerben: einen äußerst seltenen spätbarocken Wandteppich, der ebenfalls der Gobelin-Manufaktur Jean de Chazaux d. J. entstammt. Bei einem Pressetermin wurde der exzellent erhaltene Wirkteppich aus der Zeit um 1730 erstmals präsentiert. Anwesend war dabei auch die Erlanger Familie Kayser, durch deren Spende der Ankauf unterstützt wurde. Der Öffentlichkeit wurde der großformatige Wandteppich am Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019 präsentiert.

 

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