Erlangen im Kaiserreich

Kaisertreue und Arbeiter

Im Jahrzehnt vor und nach der Reichsgründung 1871 gelang der Universitätsstadt Erlangen der Sprung zur Industrie- und Garnisonstadt. Den Ton gaben das Besitz- und Bildungsbürgertum sowie die ihm sozial nahe stehenden Offiziere an, die ihrer Königs- und Kaisertreue unter anderem durch die Errichtung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals am heutigen Lorlebergplatz Ausdruck verliehen. Dagegen propagierte eine selbstbewusste, gewerkschaftlich bald gut organisierte Arbeiterschaft den Klassenkampf.

Der soziale Gegensatz zwischen dem königs- und reichstreuen Bürgertum und der Arbeiterschaft ist noch heute im Stadtbild sichtbar: Großstädtischen Mietshäusern und Einfamilienvillen steht das Viertel der kleinen Leute an Stubenloh-, Wald- und Feldstraße gegenüber.

Der Ausbau zur Garnisonstadt und die stetige Modernisierung der Universität verstärkten den Zuzug nach Erlangen. Auch aus dem meist katholischen Umland zogen nun Menschen in die Stadt, ebenso die ersten Juden. Seit der Jahrhundertwende traten auch in Erlangen immer mehr Frauen des Bürgertums und der Arbeiterbewegung aktiv für politische Gleichberechtigung und Zugang zu allen Bildungseinrichtungen ein.

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