Nationalsozialismus

Der Verrat des Geistes

 

Erlangen unterm Hakenkreuz: das war eine deutsche Stadt wie andere auch. Es herrschten Gewaltbereitschaft in Sprache und Gedanken, Ablehnung der Moderne und Emanzipationsfeindlichkeit. Massenveranstaltungen mit NS-Propaganda und „gleichgeschaltete“ Presse gehörten zum Alltag. Die Jugend wurde durch HJ und BdM in eine Staatsjugend umgewandelt. Jegliche Opposition wurde unterdrückt.

Das Versagen der akademischen Intelligenz im „Dritten Reich“ zeigte sich unter anderem an der „Gleichschaltung“ der Universität und an der Verwicklung von Ärzten in NS-Verbrechen. Vor aller Augen wurden die wenigen Mitbürger jüdischer Herkunft verleumdet, als Menschen gebrochen und zuletzt in die Vernichtung geschickt, soweit sie nicht beizeiten ausgewandert waren. Die Leitung der „Heil- und Pflegeanstalt“ musste zulassen, dass Kranke für die „Euthanasie“ ausgesondert wurden. Die Industriebetriebe erhielten schon 1940/41 mit Kriegsgefangenen ihre Produktion aufrecht.

Die Bombenangriffe der Alliierten verschonten die Stadt weitgehend. Auch bei der Besetzung im April 1945 kam sie glimpflich davon, da sich Kampfkommandant Lorleberg in letzter Minute dazu durchrang, den mit Flüchtlingen und Verwundeten überfüllten Ort widerstandslos an die US-Truppen zu übergeben.

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